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Biber Talk - Verbandsliga Hessen Mitte 2009/10
Juni 2010
Juli/August 2009
Hessens Fußballer Nummer eins ist 65
Das größte Geburtstagsgeschenk machten ihm die Zuschauer des HR-Fernsehens. Die sollten in diesem Sommer den beliebtesten hessischen Fußballer wählen. Zigtausende beteiligten
sich - und setzten Jürgen Grabowski auf Platz eins. "Es hat mich sehr stolz gemacht", gestand Grabi, der am 7. Juli 65 geworden ist: "Diese Wahl hat mich tief berührt."
1965 war Jürgen Grabowski für ein Handgeld von 10000 Mark von den Blauen zur Frankfurter Eintracht gewechselt. 1969 war er bereits Kapitän der Riederwälder. Insgesamt
absolvierte er 441 Bundesliga-Spiele für die Eintracht, erzielte dabei 109 Tore. Er nahm unter Bundestrainer Helmut Schön an drei Weltmeisterschaften, den Titelkämpfen in England,
Mexiko und Deutschland teil. An seinem 30. Geburtstag feierte er seinen größten sportlichen Erfolg. Am 7. Juli 1974 wurde er mit der DFB-Elf gegen Holland Weltmeister - und beendete mit
diesem, seinem 44. Länderspiel die Nationalmannschafts-Karriere.
Dabei spielte er in den Folgejahren bärenstark und in beinahe unvergleichlicher Weise beständig. Er entwickelte sich zu einem der wenigen genialen Spielmachern der Liga. Sein Wiesbadener
Mitbürger Helmut Schön bekniete ihn förmlich vor der Weltmeisterschaft 1978, um ihn zur Rückkehr in die Nationalmannschaft zu bewegen. Ohne Grabi, der hart blieb, wurde das
Turnier in Argentinien für den Titelverteidiger zur bitteren Enttäuschung.
Das Karriereende 1980 war dann bitter für Jürgen Grabowski. Die Eintracht wurde Uefa-Pokalsieger, doch beim Finale musste er zuschauen, weil ihn der damals 19-jährige Lothar
Matthäus bei einem unfairen Einsatz so schwer verletzt hatte, dass Grabi seine Laufbahn beendete. Die hessischen Fußballfreunde haben Jürgens Leistungen in seinem Sportlerleben,
das in Biebrich begann, das ihn mit Kurt Kleins 02-A-Jugend ins Hessen-Endspiel führte und mit 18 Jahren in die Hessenliga-Mannschaft der Blauen, ganz offenbar nicht vergessen. Sie schätzen
auch sein immer sympathisch-bescheidenes Wesen, das sein Biebricher Trainer Heinz Przybilla einmal Anfang der 90er Jahre so in Worte fasste: "Er ist bis zum heutigen Tage trotz seiner vielen Erfolge
Mensch und Kamerad geblieben. Das zeichnet ihn besonders aus."
Sicher auch darum ist Jürgen Grabowski die Nummer eins bei den hessischen Fußballfreunden, vor Charly Körbel, vor Rudi Völler, vor Uwe Bein, Bernd Hölzenbein, Birgit
Prinz, Uwe Bindewald, Alfred Pfaff (den Jürgen Grabowski gewählt hätte, wie er bekundete), Hermann Nuber und Anthony Yeboah , die in dieser Reihenfolge die "Top ten" in der
HR-Rangliste bildeten.
Seinen einstigen Biebricher Mitstreitern fühlt er sich bis heute aufs engste verbunden. Oft ist er dabei, wenn die sich treffen, früher bei Helmut Mehl am Schloßpark, mittlerweile
meist auf Einladung von Bubi Meinhardt. Eine Selbstverständlichkeit ist es für ihn die persönliche Präsenz, wenn wieder einer zu Grabe getragen wird. Da wird spürbar, dass er
genauso empfindet, wie er es einmal gesagt hat. Auf die Frage nach den Gründen der Biebricher Erfolge in den 60er Jahren antwortete er: "Kameradschaft hieß unser Zauberwort."
Bembel fürs Saarland
Ende Juni gehörte der Biebricher Fußballverein 02 am Wochenende seiner traditionellen Jugendturniere für E- und D-Jugendmannschaften auch zu den Organisatoren des Lotto-Turniers um
den Bembel-Pokal. Hessen-Lotto hatte die anderen deutschen Regionalgesellschaften zur internen Meisterschaft eingeladen. Das Saarland gewann das Kleinfeld-Turnier im Finale gegen Rheinland-Pfalz mit
1:0. Zuvor waren die Teilnehmer und die zahlreichen Schlachtenbummler von den 02-Helfern mit Steaks, Hamburgern, Brat- und Currywurst sowie - natürlich - mit Getränken versorgt worden.
Wilfried Rath ist tot
Wilfried Rath war Stopper. Und er sah auch wie einer aus. Ein Bär von einem Mann, der im Abwehrzentrum die erfolgreichsten Jahre des Biebricher Fußballvereins mitgestaltet hat. Seine
Leidenschaft war in Hessens Eliteklasse gefürchtet bei gegnerischen Angreifern. Bei Zuschauern und seinen Mitspielern war der gradlinige Mann der Tat überaus beliebt. Obwohl er nach Herold
am Rande des Lahntals gezogen war, kam der erfolgreiche Handwerker immer wieder zum Dyckerhoff-Sportfeld, freute sich über die Siege seiner Nachfolger und besonders, wenn er seinen alten
sportlichen Wegbegleitern wieder begegnete. In den letzten Jahren war es ruhig um ihn geworden, Wilfried Rath lebte mehr und mehr in seiner eigenen Welt. In diesem Frühsommer ist er gestorben.
Seine Mannschaftskameraden aus dem einstigen Hessenliga-Team und die gesamte 02-Familie trauern um einen echten Sportsmann.
Neuer Anstrich
Das Geländer um den Hauptplatz des Dyckerhoff-Sportfeldes war in einem erbärmlichen Zustand. Seit Jahren ist da nichts mehr gemacht worden. Die Stadt, Eigentümer der Anlage, sah
sich außer Stande, die nötigen Arbeiten zu verrichten. Und wer macht's, wenn's sonst keiner macht: Werner Kuhn. Das 02-Vorstandsmitglied hat - gemeinsam mit treuen Helfern wie Hans-Peter
Stroh samt seinem Ehegesponst und Charalampos Mentis, einige Sommertage damit verbracht, den Barriere-Stangen einen neuen Anstrich zu verpassen. Dankeschön.
August 2009
Mosburg-Jubiläum
Die Arbeitsgemeinschaft Biebricher Vereine und Verbände feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Das Mosburgfest findet seit 30 Jahren statt - und die Blauen sind von Anfang an dabei. Die
Schlosspark-Fete am 29. und 30. August gehört zu den Höhepunkten des Sommers in unserem Stadtteil. Feiern Sie mit uns. Steaks, Bratwürste, Cocktails, Bier gibt's bei den Blauen.
Kuchen, Kaffee, Wein haben die Nachbarn. Gemeinsam mit den Ständen der befreundeten Vereine nebenan garantieren die 02er dafür, dass am Nordufer des Schlosspark-Weihers für das
leibliche Wohl rundum gesorgt ist. Also schauen Sie vorbei - und genießen Sie mit uns einen schönen Spätsommertag, oder zwei...
Stimme für Grabi
Vergangenen Monat haben wir an dieser Stelle davon berichtet, dass in der Internet-Abstimmung des Hessischen Rundfunks Jürgen Grabowski zum beliebtesten Fußballer unseres Bundeslandes
gewählt wurde. Derzeit läuft das "Voting" zum beliebtesten Sportler Hessens. Der Biebricher Fußball-Weltmeister von 1974 steht erneut in der Vorschlagsliste. Wer dem 02-Ehrenmitglied
seine Stimme geben will, hat noch bis zum 1. September Zeit. Er findet über die Homepage des Senders www.hr-online.de über den Knopf "Fernsehen" in der Menüleiste zur Abstimmung.
Gewinn in der Spielbank
Die Spielbank Wiesbaden mit Freiherr von Stenglin an der Spitze stellte dem Biebricher Fußballverein 1000 Euro für Renovierungsarbeiten im Klubheim zur Verfügung. Dafür ein
herzliches Dankeschön.
Nostalgiecup am 16. Januar
Ein Termin zum Vormerken: Der Biebricher Nostalgie-Cup mit Traditionsmannschaften der großen Wiesbadener Fußballclubs findet in diesem Winter am 16. Januar in der Halle am
Dyckerhoff-Sportfeld statt.
September 2009
Das Aus für Gisinger
Roland Gisinger muss seine aktive Laufbahn beenden. Der Trainer des Biebricher Fußballvereins bezahlte sinen Versuch, mit einem persönlichen Einsatz gegen Wetzlar der Mannschaft nach
dem 0:10-Desaster in Unterliederbach wieder auf die Beine zu helfen, mit einer schweren Knieverletzung. Er ist mittlerweile bereits operiert worden, doch steht für den Ex-Profi fest: "Ich ziehe
keine Fußballschuhe mehr an." Gisinger, der am 16. November seinen 38. Geburtstag feiert, kann jetzt vollkommen ungestört das Geschehen von der Seitenlinie aus dirigieren.
Hopp und top
Bulut Rüzgar, der im Juni gerade 18 gewordene Keeper aus der eigenen A-Jugend, hatte eine unglückliche Premiere in der Verbandsliga. Hinter einer völlig desolaten 02-Mannschaft in
Unterliederbach wurde sein Kasten zur Schießbude. Auch ihm wurden einige der zehn Treffer angekreidet, die zur höchsten Punktspielniederlage einer ersten Mannschaft des Biebricher
Fußballvereins in den vergangenen 60 Jahren führte. Beim wichtigen 2:1-Erfolg in Breidenbach kassierte er dann freilich kräftiges Lob seiner Teamkameraden. "Mit einigen Glanzparaden
hat er unseren Sieg möglich gemacht", bescheinigte Vorstandsmitglied Ali Gür dem jungen Torwart eine starke Leistung.
Eine Legende
Eddo Isho, Masseur-Legende auf Wiesbadens Fußballplätzen, hatte schon in der Vergangenheit immer mal wieder beim Biebricher Fußballverein ausgeholfen. Jetzt ist er der
etatmäßige Medizinmann der Blauen.
Auf mehreren Schultern
Das Mosburgfest erfreute sich in seinem 30. Jahr eines echten Jubiäumswetters. Beim Biebricher Fußballverein am Nordufer des Schlossparkweihers hatten sich die Vorzeichen ein wenig
verändert. Werner Kuhn stand zwar noch als dienstbarer Geist zur Verfügung, aber die Gesamtverantwortung für den Vereinsauftritt bei dem zweitägigen Fest hatte er nach mehr als
anderthalb Jahrzehnten abgegeben an Uwe Kilian und Horst Klee - die wiederum einen Teil ihrer Aufgaben an mehrere 02er delegierten. So waren Arbeit und Verantwortung in erfreulicher Weise auf viele
Schultern verteilt, was belegt, dass die Blauen zu starken Teamleistungen fähig sind.
Oktober 2009
Die Laufbahn des neuen Trainers
An seinem 41. Geburtstag, am 1. Oktober, ist er zu den Blauen gestoßen. Da hat er für seinen alten Verein Dersim Rüsselsheim noch aktiv in der Kreis-Oberliga gekickt. Und auch auf
dem Dyckerhoff-Sportfeld, so kann er sich vorstellen, wird er nach der Winterpause das Trikot noch überstreifen. "Das ist ein Super-Kicker", sagt 02-Spielausschuss-Mitglied Ali Gür. Das belegen 214
Spiele in der ersten türkischen Liga und sieben Nominierungen für den Kader der türkischen Nationalmannschaft. Dreimal durfte er das rote Trikot mit dem Halbmond tragen.
Der neue Trainer der Biebricher Verbandsliga-Mannschaft hat eine wechselvolle Fußball-Laufbahn hinter sich. Im türkischen Savis geboren, kam er mit seinen Eltern schon früh nach
Deutschland, spielte in allen Jugendaltersklassen für Raunheim 07, wechselte zu Mainz 05 in die Oberliga und von dort zu Türkgücü München, nach Türkiyemspor Berlin der
zweite türkische Verein, der in Deutschland den Aufstieg in die erste Amateurliga schaffte. Die Jahre in der Bayernliga waren für Özdemir das Sprungbrett in die Eliteklasse seines
Heimatlandes. Er stand dort bei Genclerbirligi in Ankara unter Vertrag, bei Istanbulspor, Adana- und Antalyaspor und beim Topklub Fenerbahce. Zurück in Deutschland fungierte er als
Spielertrainer beim Türkischen SV am Niederfeld und schaffte mit der Mannschaft den Aufstieg in die Landesliga. Nach einem Engagement bei Türkgücü Frankfurt war er zuletzt
Spielertrainer bei Dersim Rüsselsheim.
Abschied von zwei Blauen Urgesteinen
Ehrenmitglied Karl-Heinz Boos ist auf dem Sportplatz meist ein Stiller gewesen. Aber er war immer da - seit Jahrzehnten. "Und selbst als es ihm schlecht ging, hat er von daheim bis zuletzt alles
verfolgt, was bei Biebrich 02 geschah", berichtete sein Sohn Reinhard, der einst bei den Blauen in der Jugend gekickt hat, heute Lehrer auf der anderen Rheinseite ist und zwei im Umfeld des
Bundesligisten Mainz 05 angesiedelte "Sport-Krimis" geschrieben hat. "Wir dachten eigentlich, er hätte die Krankheit schon überwunden", übermittelte Reinhard Boos Anfang Oktober die
traurige Nachricht: "Aber dann ist er doch für immer eingeschlafen." Karl-Heinz Boos starb drei Wochen nach seinem 78. Geburtstag.
Das zweite Blaue Urgestein, von dem der Biebricher Fußballverein in diesem Herbst Abschied nehmen musste, ist Fred Brückmann. Er war ein Spezialist für große "Feiertage", und
so gehörte er in den 60er Jahren, als es bei den Blauen jede Menge zu feiern gab, folgerichtig zum Vergnügungsausschuss und gehörte so zur Führungsriege des Biebricher
Fußballvereins. Insgesamt war der Brückmann Fred über 60 Jahre Mitglied der Nullzweier. Er starb Ende September, wenige Tage vor seinem 77. Geburtstag.
November 2009
Der große Vorsitzende wird 70
Wenn andere siebzig werden, dann feiern sie ganztags oder machen eine Weltreise, um nicht feiern zu müssen – und was macht Horst Klee? Er tut, wozu ihn die Wiesbadener berufen haben, er
nimmt an der Plenumssitzung des Hessischen Landtags teil. Seine Pflichten hat er stets ernst genommen, als Geschäftsführer der Gartenbauzentrale, als Ortsbeiratsmitglied und
Stadtverordneter, als Wiesbadens CDU-Vorsitzender, als Landtagsabgeordneter und natürlich – am längsten von allem – als Vorsitzender des Biebricher Fußballvereins 02. Seit
1971 ist er der Ober-Blaue. 38 Jahre nun.
Er übernahm den Verein, als der gerade von der Landkarte des hessischen Fußballs, auf der er kräftige Spuren hinterlassen hatte, zu verschwinden drohte. Binnen kurzer Zeit machte
er aus einem aus dem siebten Himmel ins Nichts gestürzten Klub wieder ein Aushängeschild des Biebricher und Wiesbadener Bürgersinns. Die Mitgliederzahl im freien Fall, die Konten leer
– trostlos war der Anblick des BFV bei Klees Amtsantritt. Die Entwicklung zwischen den Jubiläen zum 75- und zum 100-jährigen Bestehen vermag jeder ermessen, der beide miterlebt hat.
Zwei Welten. Und die Feiern 2002 im Biebricher Schloss und im großen Festzelt der Gibber Kerbegesellschaft mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Klee durch Hessens
Ministerpräsidenten Roland Koch – das waren sicher verdienter Lohn und Höhepunkte für den Vorsitzenden des Biebricher Fußballvereins. Bisher. Denn wir reden ja nicht von
einem Abschied, sondern von einem runden Geburtstag.
70 Jahre. „Unglaublich?“, fragt Klee auf der Einladungskarte zum Geburtstagsempfang am 17. November, um selbst die Antwort zu geben: „Unglaublich! aber wahr!“ Agil,
temperament- und kraftvoll wie eh und je geht er durchs Leben und führt er die 02er, schallt seine Stimme übers Dyckerhoff-Sportfeld. Er hat andere Vereine und deren Heilsbringer kommen und
gehen sehen, während die Blauen in verlässlicher Konstanz in der Spur blieben – dafür hat maßgeblich er gesorgt. Geld nur auszugeben, das auch da ist, gehört zu seinen
Maximen. Den mahnenden Zeigefinger bei Ausgabe-Wünschen und sein persönlich-emsiges Bemühen, auf der Einnahmeseite für Entlastung zu sorgen, sind den Vorstandsmitgliedern seit nun
fast vier Jahrzehnten bekannt. Das Vereinsheim, dessen Anbau, die Flutlichtanlage, „unser Sportplatz-Restaurant“ – all das ist in Klees Amtszeit entstanden, ohne eine Mark und
später ohne einen Euro Schulden.
Daneben wuchsen der Verein und seine Bedeutung als Integrationsstätte erster Ordnung. Die Neu-Biebricher, egal wo sie auch ihre Wurzeln haben, finden auf dem Dyckerhoff-Sportfeld eine Heimat.
Die Blauen bilden den größten Fußballverein der hessischen Landeshauptstadt mit der seit vielen Jahren schon größten und erfolgreichsten Jugendabteilung in Wiesbaden. Klee
betont stets, dass das alles natürlich nur möglich sei durch das Zusammenwirken vieler Kräfte und das Glück, dass sich zur gleichen Zeit kompetente und einsatzbereite Ehrenamtler
eingestellt haben, die nun schon seit Jahrzehnten gemeinsam das gleiche Rad in dieselbe Richtung drehen. Aber die wiederum wissen, dass das alles ohne Klee so nie funktioniert hätte.
Die zu dem Empfang im Landtagsfoyer am Abend des 17. November geladen sind – was glauben Sie, welche Art Geschenk der Jubilar von ihnen gewünscht hat? Richtig – eine Spende
für die Jugendabteilung des Biebricher Fußballvereins. Nicht nur deswegen wünschen die 02er ihrem Vorsitzenden noch viele runde Geburtstage.
Dezember 2009
Ganz großer Bahnhof
Die neue Eingangshalle des Landtags an der Grabenstraße war rappelvoll, als dort am 17. November im Anschluss an die Plenarsitzung der Empfang zum 70. Geburtstag von Horst Klee stattfand.
Gut 300 geladene Gäste waren gekommen – darunter natürlich halb Biebrich. Der Ortsbeirat mit seinem Vorsitzenden Wolfgang Gores gratulierte dem ehemaligen Ortsvorsteher, die Gibber
Kerbegesellschaft mit Hans-Jürgen Hubert dem Gibber Ehrenbürger, die Wiesbadener CDU ihrem Vorsitzenden, die Landtagsabgeordneten ihrem Alterspräsidenten, natürlich der Biebricher
Fußballverein mit Vorstand, Freundeskreis und Weltmeister Jürgen Grabowski. Landtagspräsident Norbert Kartmann hielt als Hausherr die erste Laudatio, es folgte Oberbürgermeister
Helmut Müller. Innenminister Volker Bouffier überreichte Klee eine Polizeimütze, Ministerpräsident Roland Koch charakterisierte das Geburtstagskind samt aller liebenswerten
Eigenarten mit launigen Worten. Für den Sport sprach Wiesbadens Sportkreisvorsitzender Helmut Fritz und würdigte – unvermeidlich – Klees einzigen Hessenliga-Einsatz als
Linksaußen, vor allem aber seine Leistungen in den über 38 Jahren als Vorsitzender der Blauen.
Der Geburtstagsschatz
Die ehemaligen Oberbürgermeister Hildeband Diehl und Achim Exner, Infraserv-Geschäftsführer Günther Craß gaben sich die Ehre. Am längsten aber hielten es die Blauen
aus. Sie blieben bis zum Schluss. Erstens weil sie Wein und Sekt der Staatsweingüter und das ausgezeichnete Büffet, das die Consortiumköche des 02-Vorstandsmitglieds Armin
Brandenburger zubereitet hatten, am meisten zu schätzen wussten. Dann aber vor allem, weil sie über den „Geburtstagsschatz“ wachen wollten. Horst Klee hatte schließlich
statt der sonst üblichen Geschenke um Spenden für die 02-Jugendabteilung gebeten. Dem Aufruf waren die 300 Gäste gern und zahlreich gefolgt.
Und der Hessische Fußball-Verband?
Zu den Gästen zählten natürlich Kreisfußballwart Dieter Elsenbast und sein Vorgänger Helmut Herrmann. Auch sie amüsierten sich, obwohl sie sich über den
Hessischen Fußballverband ärgerten. Der hatte zwar ihrer Initiative zugestimmt und den bereits vielfach ausgezeichneten Klee mit der Urkunde für „besondere herausragende
Verdienste um den Fußball“ ehren wollen. Doch kam aus Frankfurt „nur eine Art billiger Computer-Ausdruck“, erzählte Elsenbast und schämte sich für seinen
Vorstand: „Die war nicht einmal vom Präsidenten unterschrieben. So kann ich das hier in diesem Rahmen nicht übergeben.“
Vorgeschmack auf den Nostalgie-Cup
Am 16. Januar wird in der Halle am Dyckerhoff- Sportfeld wieder der Biebricher Nostalgie-Cup stattfinden – das große Familientreffen der erfolgreichsten Wiesbadener Fußballer der
vergangenen Jahrzehnte. Einen kleinen Vorgeschmack bieten die Alten Herren des Biebricher Fußballvereins bereits am letzten November-Samstag. Dann wird an gleicher Stelle ab 14 Uhr ein
Ü-50-Turnier mit zehn Mannschaften stattfinden. In einer Gruppe messen sich der FC Naurod, der TuS Nordenstadt, der SV Italia und der FC Sulzbach, in der anderen kämpfen die SG Höchst
Classique, die Spvgg. Amöneburg, die TSG 46 Darmstadt, Biebrich 76 und Biebrich 19 um den Finaleinzug.
Wettskandal in Mainz
Reinhard Boos, dessen Vater, unser Ehrenmitglied Karl-Heinz Boos wir vor einem Monat betrauert haben, hat bekanntlich zwei Kriminalromane im Umfeld von Mainz 05 geschrieben. Sein zweiter Band
„Tödliches Finale“ hat inzwischen noch einmal an Aktualität gewonnen. Denn auch in der fiktiven Krimi-Handlung geht es um einen Fußball-Wettskandal. Der Rheinlese-Verlag
wirbt schon seit dem „Fall Hoyzer“ mit der Schlagzeile: „Das Buch, das den Wettskandal voraussagte.“
Januar 2010
Am Ende Frust
In dieser Saison schaffen es die Verbandsliga-Fußballer der Blauen immer wieder, eine wunderbare Ausgangsposition knallhart am Happyend vorbeizuballern. Das war in Frauenstein so, das war
bei einigen weiteren Auswärtsspielen so, als nach souveränem Spiel und Führung am Ende der Frust stand. Ähnlich war es auch beim Wispo-Cup, wo die Biebricher als Titelverteidiger
im Finale gegen den Türkischen SV wie der erneute Sieger aussahen, es dann aber in doppelter Überzahl nicht schafften, den entscheidenden Treffer zu setzen. Selbst im
Achtmeterschießen führten sie klar, um den Pokal doch dem Türkischen SV zu überlassen. Im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres kommt es übrigens zu einem erneuten
Aufeinandertreffen mit dem Türkischen SV. Am 16. Februar (19.30 Uhr) steigt auf dem Kunstrasen des Dyckerhoff-Sportfeldes das fällige Kreispokalspiel gegen den Liga-Rivalen. Ab dann sollte
es anders laufen. Statt Frust, Jubel am Ende.
Immerhin Vierter
Dass der Biebricher Fußballverein beim Schiedsrichter-Turnier keine Bäume ausreißt, hat Tradition. Immerhin erreichten die Blauen diesmal die Vorschlussrunde und wurden nach der
0:2-Niederlage im kleinen Finale gegen den FC Naurod Vierter. Eine Platzierung, die im Maßstab zum bisherigen Abschneiden, in Ordnung geht.
Ehrung für Ali und Chara
Beim traditionellen Neujahrsempfang der Arfbeitsgemeinschaft Biebricher Vereine und Verbände im Biebricher Schloss wurden auch die beiden 02-Vorstandsmitglieder Ali Gür und Charalampos
Mentis durch den AG-Vorsitzenden Günter Noerpel geehrt. Er würdigte sie als herausragende Beispiele gelebter Integration. Das Biebricher Wappen ging an die Henkell-Sektkellerei, Biebricher
Ehrenteller erhielten die Chefs des Stahlbau-Unternehmens Siegfried und Günter Huhle sowie Klaus Günther, der am 16. Januar 70 wird. Er war 23 Jahre Vorsitzender und heute Ehrenvorsitzender
des Männerquartetts Nordend, das 2010 sein 100-jähriges Bestehen feiert.
März 2010
Die schönsten Jahre mit Grabowski
Wir haben Horst Seilberger schon zu vielen Geburtstagen gratuliert. Lassen wir das diesmal das Tagblatt tun, für das Sina Schreiner unserem langjährigen Vize eine Tagblatt-Tasse und
einen W-Tee zum Achtzigsten am 23. Februar überreichte und anschließend folgenden Beitrag verfasste:
Seit 72 Jahren ist Horst Seilberger Mitglied bei seinem Biebricher Fußballverein 02. Ereignisreiche Jahre, in denen er viel erlebt, gearbeitet und Herzblut investiert hat. Am kommenden
Dienstag wird das Biebricher Urgestein nun 80 Jahre alt. 1938 trat Seilberger den 02ern bei, Vater Wilhelm und Bruder Günter waren damals bereits Mitglied. Durch den Ausbruch des Krieges musste
der Ball jedoch für die nächsten Jahre ruhen. Nach 1945 schnürte man in Deutschland wieder die Fußballschuhe, aber aufgrund einer Meniskusverletzung und um das familieneigene
Lebensmittelgeschäft weiter betreiben zu können, beendete Seilberger in der A-Jugend seine Stürmer-Karriere. So erfolgte der Wechsel hinter die Zuschauerbande und in den Vorstand. Von
1958 bis 1968 war er im Spielausschuss tätig und kümmerte sich um die Geschicke der Hessenligamannschaft. Für ihn persönlich der Höhepunkt in seiner langen Vereinslaufbahn.
„Das waren die schönsten Jahre, mit Jürgen Grabowski und all den anderen“, erinnert er sich gern an die Zeiten zurück, in denen die Zuschauerzahlen bei den Partien weit im
vierstelligen Bereich lagen.
Auch in den darauffolgenden Jahrzehnten war der Biebricher mit dem Spitznamen „Pan“ stark in seinem Verein engagiert. Von 1968 bis 1992 war er 2. Vorsitzender. Während dieser Zeit
wurde er bereits 1975 zum Ehrenmitglied ernannt. Beruflich standen für ihn parallel etliche Veränderungen an. Zunächst noch als Lebensmittelkaufmann im familiären Geschäft
tätig, betrieb er 15 Jahre lang die Gastwirtschaft „Treffpunkt“ in der Biebricher Hopfgartenstraße. Dann war er Chef seines eigenen Automaten-Aufstellbetriebs. Ehrenamtlich
übernahm Seilberger 1977 die Leitung des neu erbauten Clubheims. Unterstützt wurde er dabei immer von seiner Ehefrau Inge. Nach ihrem Tod im Jahr 1999 wurde er als Berater wieder im
Vereinsvorstand aktiv.
Was ihn zu seinem Jahrzehnte währenden Engagement motivierte? Da ist er sich nicht ganz sicher: „Ich kann es mir oft selbst nicht erklären, aber es muss etwas da sein, was mir
immer gefallen hat. Es hat mir stets viel Spaß gemacht, und das macht es auch heute noch.“ Für die gute Zusammenarbeit im Verein spricht, dass der Vorstand und seine Mitarbeiter
teilweise schon 30, 40, ja fast 50 Jahre zusammenarbeiten. Auch in schwierigen Zeiten hielten sie zueinander. Erinnert an die finanziellen Schwierigkeiten in den 60er Jahren, die mit Hilfe des
Vorstands gut und schnell gelöst werden konnten, ist Seilberger heute stolz darauf, dass sein Verein seitdem schuldenfrei ist. Noch heute ist er als Kassenprüfer tätig. Bei seinem 70.
Geburtstag platzten die Räumlichkeiten aufgrund der Scharen an Gratulanten aus allen Nähten. Anlässlich seines 80. Geburtstags war nun wieder eine große Feier geplant. „Das
mache ich eigentlich alle fünf Jahre“, so der Biebricher. Bis zu 150 Gäste sollten es werden, alte Spielkameraden, Vereinsmitglieder und die Oberliga-Mannschaft aus den 60ern. Seit
Silvester wurde fleißig geplant. Aus gesundheitlichen Gründen musste Seilberger die Feierlichkeiten jedoch absagen. Er bedauert das sehr. Stattdessen wird es eine kleine Feier im engsten
Familienkreis geben. Für das erste Punktspiel seiner 02er im neuen Jahr am 28. Februar will er wieder fit und mit dabei sein.
Jeden Mittwoch steht für ihn ein wichtiger Termin auf dem Programm, seine Töchter Heidi und Silke kommen zu Besuch. An allen anderen Tagen ist er auf dem Gelände des
Dyckerhoff-Sportfelds zu finden, seinem zweiten Zuhause. „Da treffe ich alle Freunde, es wird viel gesprochen und viel gelacht. Und so soll es auch bleiben“, lautet sein Wunsch für
die Zukunft.
Quelle: WT, 20. 02. 2010
Weitere runde Geburtstage
Nicht weniger herzlich gratuliert der Biebricher Fußballverein weiteren Jubilaren, die im Januar „gerundet“ haben. Philipp Offermanns, treuer Stammgast auf dem
Dyckerhoff-Sportfeld wurde am ersten Tag des neuen Jahres achtzig, Wilhelm Adam tat es hm am 24. Januar gleich. Klaus Günther, 02-Freund aus der Gibb begingt am 16. Januar seinen siebzigsten
Geburtstag, Spielausschussvorsitzender Thomas Utikal wurde am 24. Januar fünfzig.
Spieltag sonntags
Sollten Sie sich wundern, wenn alle noch ausstehenden Verbandsliga-Begegnungen der Blauen in dieser Saison sonntags terminiert sind – das ist kein Druckfehler, sondern steht tatsächlich
so im Plan. Seit dem Aufstieg in die Landesliga 1980 sicher ein einmaliger Vorgang.
Nostalgiker eingeschneit
Beim Biebricher Nostalgie-Cup der Traditionsmannschaften wurden die Wiederholungstäter gefeiert. Die Fußballer von Biebrich 76 gewannen wie im Vorjahr das Turnier der Ü50-Teams,
der SV Wehen verlängerte sein Abonnement auf den Sieg der Ü40-Runde. Neben den Pokalen durften sich die Sieger diesmal auch über eine Einladung in die Brita-Arena zu einem
Dritt-Liga-Spiel ihrer Wahl freuen. In der jüngeren Gruppe ging der Gutschein an den Zweitplatzierten SV Wiesbaden.
Als die Spiele lang beendet, die Pokale verteilt und das Büffet von Roman Landler geplündert waren, drohten die noch tief in die gemeinsamen Erinnerungen versunkenen Oldies auch im
Schnee zu versinken. Bis die gerufenen Taxis in dieser Nacht den Weg durch die weiße Pracht zum Clubheim fanden, war jedenfalls genug Zeit, noch ein Bier und noch einen Ramazotti zu trinken und
sich auf die Neuauflage der Traditionsveranstaltung im nächsten Januar zu freuen.
Freundeskreis am Anleger
Der Freundeskreis der Biebricher Fußballvereins eröffnete das neue Jahr am 24. Februar in Eltville. 02-Vorstandsmitglied Armin Brandenburger, einer der Motoren des Freundeskreises und
Chef der Consortium-Gastronomie, hatte in das Restaurant „Anleger 511“ eingeladen. Direkt am Rhein gönnten sich die Gönner einige genussreiche Stunden. Freundeskreis-
Organisatorin Christiane Reinhard hatte dazu das Motto ausgegeben: „Mit unserem Weitblick wollen wir die Zukunft des Biebricher Fußballvereins mitgestalten. Der Freundeskreis kann
Wichtiges dazu leisten.
Mai 2010
Erfolgreiches Geschäftsjahr
Vorsitzender Horst Klee und der Vorstand des FV Biebrich 02 blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Der Verein profitiert dabei von seiner erfolgreichen Jugendarbeit.
„Der Finanzrahmen muss stimmen, um erfolgreiche Vereinsarbeit betreiben zu können“, stellte Horst Klee bei der Jahreshauptversammlung vor 70 Mitgliedern im proppevollen Klubheim fest
und dankte dem Sponsoren- und Freundeskreis für die Unterstützung. Vor allem dank ihm und disziplinierter Sparsamkeit hat das „Finanzministerium der Blauen“ unter Kassierer Uli
Janocha bei Ein- und Ausgaben von rund 175 000 Euro für 2009 erneut ein leichtes Plus bilanzieren können.
Die Teilnahme am Mosburgfest, so Klee, sei für die Außendarstellung des Vereins von enormer Wichtigkeit. Ein Arbeitskreis unter der Leitung von Vorstandsmitglied Charalampos Mentis
wurde gegründet, der sich Gedanken machen soll, wie man sich künftig beim großen Schlosspark-Fest attraktiver präsentieren kann.
Biebrich braucht die Blauen
Klee unterstrich die soziale Bedeutung des Vereins: „Wir holen die Kinder von der Straße und leisten täglich einen Beitrag zur Integration von Migranten. Wir wissen“, rief
Klee den Mitgliedern zu, „Biebrich braucht den Biebricher Fußballverein.“ Der Vorsitzende, der bei dieser Hauptversammlung selbst für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt
wurde und seit nun schon 39 Jahren den Verein führt, betonte, dass genau dieser Aspekt ihn motiviere, die Arbeit fortzusetzen.
Die Jugendabteilung, die 380 der 614 Vereinsmitglieder stellt und aktuell mit 22 Mannschaften am Spielbetrieb teilnimmt, peilt die erfolgreichste Saison seit vielen Jahren an. Aufstiege in
großer Zahl sind möglich. Eine große Meisterschaftsfeier wird es auf alle Fälle geben.
Malte Christ neu im Vorstand
Die Teilneuwahlen wurden im „Schnelldurchlauf“ abgewickelt: Der Zweite Vorsitzende Heinz- Jürgen Hauzel, Spielausschussvorsitzender Thomas Utikal, Jugendleiter Hartmut Steindorf,
Schriftführer Jürgen Dindorf, der stellvertretende Spielausschuss- Vorsitzende Karl-Heinz „Mobby“ Wolf, die Beisitzer Ali Gür, Charalampos Mentis, Hans Jung und Kerstin
Prassol wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Malte Christ wird als neuer Beisitzer das Führungsgremium der Blauen komplettieren.
Gold mit Brillanten
Zu Beginn der Jahreshauptversammlung stand eine große Ehrungszeremonie, bei der „Blaue Legenden“ ausgezeichnet wurden. Horst Seilberger zum Beispiel, seit 72 Jahren
Vereinsmitglied, erhielt für besondere Verdienste die zuvor erst einmal vergebene Goldene Ehrennadel mit Brillanten. Berthold Klein wurde für 60 Jahre geehrt, Weltmeister Jürgen
Grabowski, Vorsitzender Horst Klee, Kassenprüfer Helmut Mehl und Herbert Draheim wurden für 50 Jahre geehrt, die Goldene Ehrennadel erhielt für 40-jährige Vereinstreue
Jugendleiter Hartmut Steindorf. Gold hätten auch Horst Kalb und Micki Lauf bekommen, die aber beide nicht an Bord waren. Laufs Filius Stefan wurde indes für 15 Jahre mit Bronze
gewürdigt. Silber bekamen Holger Jung, Peter Müller und Karl Schlegel für 25 Jahre. Hans Fasel, der seit sage und schreibe 75 Jahren dem Biebricher Fußballverein angehört,
konnte nicht teilnehmen. Werner Kuhn hat ihm Präsentkorb und Urkunde nach Hause gebracht.
Das 50er-Trikot fürStefan Bazant
Stefan Bazant, Hauptsponsor des Biebricher Fußballvereins, feierte auf der Platte, wo er mittlerweile auch wohnt, seinen 50. Geburtstag. 02-Vorsitzender Host Klee und Spielausschuss-Chef
Thomas Utikal überreichten ihm ein Trikot der Blauen, das vorn – wie üblich – das Logo seines Unternehmens trägt, hinten seinen Namen und die große 50. Auch wenn das
Trikot ein wenig knapp saß, hat es das Geburtstagskind stolz durch den Abend getragen.
In Biebrich helfen sich die Vereine gegenseitig
„Andere beneiden uns um das Nachbarschaftshaus. Wir wissen, was wir an dieser Einrichtung haben“, strich Horst Klee, der Vorsitzende des Biebricher Fußballvereins 02, die
Bedeutung der Einrichtung für das Zusammenleben im Stadtteil heraus. Sein Klub hatte im Januar zum 14. Male den Nostalgiecup für Traditionsmannschaften ausgerichtet. Der Erlös aus
Eintrittsgeldern und Spielerspenden in Höhe von 1000 Euro übergab Klee während der Vorstandssitzung des Vereins Nachbarschaftshaus. Beteiligt hatten sich Teams von SV Wehen, SV
Wiesbaden, SG Germania, Biebrich 76, Biebrich 19 und Biebrich 02.
Juni 2010
Fußball lebt durch Männer wie sie
ORIGINALE Dass Jugend- und Mädchenfußball in Wiesbaden boomt, liegt auch an Udo Parker und Rainer Wagner Auf Wiesbadens Sportplätzen kennt sie jeder. Udo Parker wegen seiner
markanten Gestalt, Rainer Wagner aufgrund seiner Omnipräsenz. Beide sind aus der heimischen Fußballszene nicht wegzudenken. Zwei Originale, die sich um den Jugendfußball verdient
machen: Als Webmaster, Fotograf, Turnierkoordinator, Klassenleiter oder Edel-Fan.
Die Begeisterung für den Fußballsport tragen sie seit frühesten Kindertagen in sich. „Aus meinem Zimmer hatte ich einen tollen Blick auf den Sportplatz von Biebrich 02, dort
verbrachte ich die Hälfte meiner Kindheit“, sagt Udo Parker. Seine Augen leuchten bei der Erinnerung an Hessenliga-Derbys vor 5000 Zuschauern. Mittendrin der kleine Udo . Ein brillanter
Ballästhet war er nie, kickte bei den 02ern, dem VfR und Blau-Gelb als Anhänger einer gesunden Grätsch- Kultur.
Kontrastprogramm dazu: Parkers filigrane Fingerarbeit an der Gitarre. Geprägt vom Wiesbadener Blues- und Rockurgestein Tom Woll, zupfte er die Saiten für den legendären Pete
Lancaster. Neben dem Germanistik-Studium, wo Udo Parker von den Dozenten aufgrund seiner gürtellangen Haare nicht selten als „Fräulein Parker“ angeredet wurde, gedieh seine
Karriere als Profi-Musiker. Als Gitarrist und Komponist der Rock-Band Nize Boyz zelebrierte er große Gigs. „Wir waren Vorgruppe von Rod Stewart oder Giana Nanini vor über 30 000
Zuschauern, traten bei Gottschalk und Jauch auf.“ Seit 20 Jahren bildet Parker an der Musikschule in Neu- Isenburg junge Talente aus: „Ein Job, den mir der liebe Gott geschenkt hat.
Vielleicht sollte ich mich mal bei ihm bedanken“
Dankbar sind Wiesbadens Nachwuchsfußballer für Udo Parkers ehrenamtliches Engagement. Vor acht Jahren kam der heute 55-Jährige auf die Idee, die Jugendergebnisse online zu
präsentieren. Die Internetadresse www.wi-jugendfussball ist längst Kult und von vielen Fußballkreisen nachgeahmt. Heute bietet die Website perfekten Service für Spieler, Eltern
und Trainer. Daneben betreuen Parker und Wagner die Website des Fußballkreises und das DFB-Net. Parker fungiert überdies als Kreispressewart, die Kamera immer im Anschlag, den Finger am
Abzug.
Eines seiner liebsten Bilder steht seit Jahren auf der Jugendseite. Es zeigt drei Biebricher Fußballkids unterschiedlicher Nationalität. Längst sind die Buben dem Kindesalter
entwachsen, doch die Symbolwirkung des Fotos bleibt. Es ist Sinnbild für eine Botschaft, die Udo Parker im Herzen trägt: „Sport leistet die beste Integration. Jeder kleine
Amateurverein tut so viel für das gesellschaftliche Miteinander. Da könnten sich Ackermann und die Aktienspekulanten mal ein Beispiel nehmen.“
Zustimmendes Nicken von Rainer Wagner. Durch die Internetseite des Jugendfußballs lernte er einst Udo Parker kennen. „Ich hab sein Gästebuch mit viel zu langen Einträgen
bombardiert und ihm eine Menge Arbeit gemacht. Seither sind wir Freunde“, sagt Wagner grinsend. Der umtriebige Macher- Drang eint die beiden, ebenso ihre rustikale Spielweise. „Für
die starke erste Mannschaft bei uns in Sonnenberg war ich nie gut genug, aber mit viel Freude rechter Verteidiger“, betont Wagner. Verletzungen zwangen den heute 44-Jährigen zum
Laufbahnende, 1999 dann der Schock: Schlaganfall.
„Als ich aus dem Koma erwacht bin, war das größte Ziel, meine Kinder bei ihrem Hobby zu begleiten.“ Die Zwillinge Nicole und Benjamin kickten beim SC Klarenthal, wo sich
Wagner als Trainer und Terminkoordinator einbrachte, während Gattin Hannelore Kuchen verkaufte und die Trikots wusch. Inzwischen hütet Nicole für den FC Bierstadt das Tor. Benni steht
in der B-Jugend der Freien Turner zwischen den Pfosten, engagiert sich als Kreis-Jugendsprecher und Nachwuchstrainer. Nicole fotografiert für die Website des Wiesbadener
Mädchenfußballs und begleitet ihren Vater jedes Wochenende auf diverse Sportplätze. Rainer Wagner muss einen Doppelgänger haben, denn er scheint bei allen weiblichen Matches
präsent zu sein – ein unglaubliches Pensum. Er ist Mädchen- und Frauenreferent, dazu noch Klassenleiter zweier Ligen.
Ohne Fußballverrückte wie Rainer Wagner oder Udo Parker wäre der Spielbetrieb in Wiesbaden unvorstellbar
Olaf Streubig
Quelle: WT, 15. 05. 2010
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